“THE EYE JEWELLERY PROJECT” – SCHMUCK FÜR DIE AUGEN
Nach den farbigen Kontaktlinsen und den Kontaktlinsen mit Spezialeffekten, die der Pupille eine Fußballform verleihen oder die Augen zu Vampiraugen werden lassen, kommen nun die Kontaklinsen mit Anhängern.
Der holländische Designer Eric Klarenbeek hat nämlich eine Schmuckkollektion allein für die Augen entworfen. Ähnlich wie bei den klassischen Ohrringen hängen die wertvollen Anhänger einfach an den Linsen.
Das Projekt entstand nach der Idee des innovativen Designers, Kunst und Körper einander immer näher zu bringen und eine perfekte Symbiose zwischen dem Körper und dem Objekt zu schaffen.
Es handelt sich sicherlich um ein Modeaccessoir und einen Hingucker, der scheinbar keinen negativen Einfluss auf das Auge hat. Aber was wäre, wenn dieser eigenartige Anhänger zufällig (und das könnte leicht passieren) an irgendetwas hängen bleibt?
Klarenbeek war nicht der erste, der sich für Augenschmuck interessierte. Sein Landsmann Gerrit Melles hat dies schon vor ihm getan und kleine Platinschmuckstücke entworfen, die ins Auge implantiert werden.
Die Technik, die von Melles in Zusammenarbeit mit der Universität von Rotterdam entwickelt wurde, besteht in der Implantation unter Narkose eines kleinen, z. B. herz- oder sternförmigen Platinschmucksteines in die Bindehaut, die transparente Schleimhautschicht, die das Lid und den vorderen Teil des Augapfels bedeckt.
Mindestens etwa ein Dutzend Frauen haben sich diesem Eingriff bereits probeweise unterzogen und wurden zu diesem Anlass vom Team des Institutes für Innovative Augenchirurgie von Rotterdam ( http://www.niioc.nl/index.htm ) behandelt.
Laut Melles und seinen Mitarbeitern ist der Eingriff nicht invasiv oder gefährlich für die Gesundheit des Auges.
Das sehen die meisten Augenspezialisten aus ganz Europa anders. Sie raten dringend von dem Eingriff ab, da ein Risiko bestehe, dass es zu Blutungen und schweren Infektionen kommt, die die Funktionalität des Auges einschränken könnten. Jedes unter die Hornhaut eingefügte Element könnte laut der niederländischen und englischen Augenärzte gefährlich sein: Mikrochirurgische Augenoperationen zur Behebung eines Sehfehlers seien mittlerweile weit verbreitet und getestet; das Sehvermögen aber zu verlieren, nur um sich ein Schmuckstück ins Auge setzen zu lassen, sei komplett sinnlos.
In der Zwischenzeit hat sich die Universität von Rotterdam die Erfindung patentieren lassen, und es sieht ganz so aus, als ob es schon eine Warteliste mit Personen, die sich gern dem Eingriff unterziehen möchten, gäbe.