Die Haut – unser größtes Organ
Info-Spots zum Thema Hautkrankheiten
Da zu viel von dieser Strahlung gefährlich ist, schützt die Haut uns durch Bildung der Lichtschwiele (Verdickung der Hornhaut) und Pigmentierung (Bräunung). Zu den „Umweltbelastungen“ der Haut trägt auch der Mensch bei, der den Säureschutzmantel der Haut durch falsche Behandlung, vor allem bei der Reinigung, zusätzlich schädigt.
Die Schichten der Haut
Die Oberhaut besteht aus mehreren Schichten. In den untersten Zelllagen erfolgt die Zellteilung. Auf dem Weg zur Hautoberfläche kommt es zur Verhornung der Zellen, die dann in einem ständigen Prozess der Abschuppung abgestoßen werden. Die gesamte Erneuerung der Oberhaut dauert etwa dreißig Tage.
Die Lederhaut besteht zum großen Teil aus Bindegewebe, das der Körperfläche die nötige Festigkeit und Elastizität verleiht. Die Kollagenfasern der Lederhaut sind für die Spannung der Haut verantwortlich. In der Lederhaut befinden sich auch zahlreiche Nervenenden, Haarwurzeln, Blutgefäße sowie Schweiß- und Talgdrüsen.
Die Unterhaut wird größtenteils aus lockerem Binde- und Fettgewebe gebildet. Sie reguliert den Wärmehaushalt und schützt die inneren Organe vor Stoß und Druck. Zudem gestaltet sie die äußeren Körperformen.
Hautkrankheiten
Hautkrankheiten und Allergien haben in den letzten Jahren in Deutschland ständig zugenommen. Als Ursache hierfür muss die wachsende Verschmutzung der Luft, vor allem in den Großstädten, angesehen werden sowie die fortwährende Entwicklung neuer chemischer Stoffe, auf die der menschliche Körper empfindlich reagiert. Durch Umweltschadstoffe hervorgerufene Hautkrankheiten sind meist irritative oder allergische Ekzeme. Sie betreffen ca. 10 % der deutschen Bevölkerung. Darunter fallen auch die vielen Berufsekzeme und das so genannte „Hausfrauen-Ekzem“. Weiterhin leiden in Deutschland rund 3 Millionen Menschen an Neurodermitis und rund 2,5 Millionen an Schuppenflechte (Psoriasis).
Ekzem:
Eine entzündliche Abwehrreaktion der Haut, die mit Rötung, Schuppung, Juckreiz und Nässen einhergeht.
Der Begriff Ekzem umschreibt ein breites Spekrum von akuten und chronischen entzündlichen Erkrankungen der Haut. Sie können durch eine individuelle Veranlagung bedingt sein und durch bekannte oder unbekannte Reize ausgelöst werden; d.h. sie sind allergisch oder toxisch bedingt. Ekzeme sind nicht infektiös.
Endogener Auslöser trockener Haut:
Dieser Ausdruck bezieht sich auf die Einflüsse, die von innen auf die Haut wirken. Die Bezeichnung „endogene Auslöser“ bezieht sich in erster Linie auf anlagebedingte Einflüsse, wie genetische Voraussetzungen, hormonelle Einwirkungen oder individuelle, biologische Hautalterung, sowie Erkrankungen (z.B. Diabetes). Die Ernährung und die Psyche spielen hier auch eine große Rolle.
Exogene Auslöser trockene Haut
Exogene Auslöser beeinflussen die Haut von außen. Das Klima (Hitze und Kälte), trockene Heizungsluft, Sonnenstrahlen, exzessives Waschen mit heißem Wasser und Seife, sowie der Hautkontakt mit aggressiven Reinigungsmitteln sind hier die Auslöser.
Kontaktekzem (Dermatitis), allergisch
Es kommt zu einer Entzündungsreaktion der Haut, die in der Regel bei Kontakt mit dem entsprechenden Auslöser, den Allergenen, in der Regel nach 1 bis 2 Tagen auftritt. Das Erscheinungsbild gleicht einem Ekzem.
Kontaktekzem (Dermatitis), chronisches
Ein chronisch-toxisches Kontaktekzem kann als Ergebnis wiederholter Reizung über einen verhältnismäßig langen Zeitraum auftreten. Es können kleine Mengen Allergene ausreichen, insbesondere wenn eine individuelle Anfälligkeit für Ekzeme oder eine Hautschädigung vorliegt.
Quelle: Yupik PR GmbH
Altes Hausmittel kommt zu neuen Ehren
Honig hilft bei Problemwunden
Mediziner der Universität Bonn sammeln seit einigen Jahren überwiegend positive Erfahrungen mit medizinisch wirksamem Honig zur Behandlung chronischer Wunden.
Selbst chronische Wunden, die mit multiresistenten Bakterien infiziert waren, heilten oft binnen weniger Wochen. Zusammen mit Kollegen aus Düsseldorf, Homburg und Berlin wollen sie ihre Erfahrungswerte nun in einer groß angelegten Studie absichern. Denn objektive Daten zur Heilkraft von Honig sind rar. Dass Honig die Wundheilung fördern kann, wussten die alten Ägypter schon vor mehreren Tausend Jahren. Auch in den beiden Weltkriegen sorgten Umschläge aus Honig dafür, dass die Verletzungen der Soldaten besser heilten. Die aufkommenden Antibiotika verdrängten das Hausmittel jedoch. „Heute sind wir in der Klinik mit Keimen konfrontiert, die gegen fast alle gängigen Antibiotika resistent sind“, erklärt Dr. med. Arne Simon. „Damit wird medizinischer Honig für die Wundpflege wieder interessant.“
Simon arbeitet auf der Krebsstation der Bonner Universität-Kinderklinik. Was die Wundversorgung anbelangt, zählen seine kleine Patienten zur Hochrisikogruppe: Medikamente gegen Krebs, die sogenannten Zytostatika, bremsen nicht nur die Vermehrung bösartiger Zellen, sondern stören auch die Wundheilung. „Normalerweise heilt eine Hautverletzung in einer Woche, bei Kindern dauert es oft einen Monat oder mehr“, sagt er. Leukämiekranke Kinder haben zudem ein geschwächtes Immunsystem. Gelangt durch eine Wunde ein Krankheitskeim in ihre Blutbahn, kann daher eine tödliche Blutvergiftung die Folge sein.
Geruchsmindernde Wirkung
Seit Jahren setzen die Bonner Kinderärzte Medihoney™ in der Wundpflege ein; in Deutschland sind sie damit Vorreiter. Medihoney™ trägt das CE-Siegel für Medizinprodukte: seine Qualität wird regelmäßig überprüft. Der Erfolg ist erstaunlich: „Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestoßen, und die Wunde heilt schneller“, betont Kai Sofka, Wundpflegespezialist an der Uni-Kinderklinik. „Außerdem bereitet der Verbandswechsel weniger Schmerzen, weil sich die Umschläge leicht entfernen lassen, ohne die neu gebildeten Hautschichten zu verletzen. „Normalerweise riechen manche Wunden unangenehm – eine enorme Belastung für den Patienten. Der Honig hilft auch hier, indem er geruchsmindernd wirkt. „Selbst Wunden, die über Jahre partout nicht heilen wollten, lassen sich nach unserer Erfahrung mit Medihoney™ in den Griff bekommen – und das oft innerhalb weniger Wochen“, sagt Sofka.
Mittlerweile nutzen zwei Dutzend Kliniken in Deutschland Honig in der Wundversorgung. Trotz aller Erfolge gibt es bislang nur sehr wenige belastbare klinische Studien zu seiner Wirksamkeit. Zusammen mit Kollegen aus Düsseldorf, Homburg und Berlin wollen die Bonner Ärzte nun Abhilfe schaffen. Mit der selbst entwickelten Woundpecker-Datenbank werden sie in den nächsten Monaten über 100 Krankheitsverläufe dokumentieren und auswerten.
Wirksamer Bakterienkiller
Dass Medihoney™ sogar multiresistenten Keimen wie den sogenannten MRSA den Garaus macht, ist schon bewiesen. Der Honig liefert sich in dieser Hinsicht sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Antibiotikum Mupirocin – das ist momentan das lokale MRSA-Antibiotikum der Wahl. Das zeigt eine Studie, die kürzlich von Forschern in Australien veröffentlicht wurde. In einem Punkt war der Honig seinem Konkurrenten sogar überlegen: Die Bakterien entwickelten im Laufe der Behandlung keine Resistenz gegen das Naturprodukt.
Auch wieso Honig antiseptisch wirkt, weiß man heute: Die Bienen setzen bei der Produktion ein Enzym frei, das dafür dafür, dass aus dem Zucker im Honig permanent in kleinen Mengen Wasserstoffperoxid entsteht, ein wirksames Antiseptikum.
Der Vorteil gegenüber Wasserstoffperoxid aus der Apotheke: Da es ununterbrochen nachgebildet wird, reichen bereits geringe Konzentrationen aus, um die Wundbakterien zu töten.
Normalerweise müsste man viel größere Mengen verwenden, da Wasserstoffperoxid mit der Zeit an Wirksamkeit einbüßt.
In großen Konzentration schädigt es aber nicht nur die Bakterien, sondern auch die Hautzellen.
Quelle: DERMAforum Nr. 11 November 2007
Mistelpräparate in der Tumor-Therapie verordnungsfähig
Mistelpräparate sind bei malignen Tumoren zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung nach den Ziffern 16.4.27 und 16.5 der Arzneimittelrichtlinien verordnungsfähig. Während die phytotherapeutischen Mistelpräparate ausschließlich in der palliativen Tumortherapie verordnet werden können, gilt diese Einschränkung nicht für Mistelpräparate der anthroposophischen Therapierichtung. Diese können somit auch im Rahmen einer adjuvanten Tumortherapie auf Kassenrezept verordnet werden.
Zu diesem Resümee kam kürzlich ein Expertengremium unter der Schirmherrschaft der SELF e.V., der europäischen Liga für ein sicheres Patienten-Therapie-Selbstmanagement. Namhafte Medizinjuristen, Verteter aus Klinik und Praxis und der kassenärztlichen Bundesvereinigung bewerteten dabei die aktuelle Rechtslage zur GKV-Verordungsfähigkeit von Mistelarzneimitteln nach der OTC-Ausnahmeliste unter rechtlichen sowie medizinischen Gesichtspunkten und stellten in einem abschließenden Konsens folgende Thesen auf:
Therapiestandard: Anthroposophische Mistelpräparate
- Phytopharmazeutische Mistelpräparate können nach Ziffer 16.4.27 der Arzneimittelrichtlinien (AMR) bei malignen Tumoren entsprechend ihrer Zulassung zur palliativen Therapie auf Kassenrezept verordnet werden.
- Anthroposophische Präparate *) können nach Ziffer 16.5 der AMR auf Kassenrezept verordnet werden, wenn ein im Abschnitt F (Ziffern 16.4.x) aufgeführtes Indikationsgebiet / schwerwiegende Erkrankung vorliegt.
- Ziffer 16.5 verweist im Falle der anthroposophischen Mistelpräparate auf Ziffer 16.4.27. Dabei erfolgt der Verweis auf die schwerwiegende Erkrankung/Indikation „maligner Tumor“.
- Die Anwendungsvoraussetzung „paliative Tumortherapie, zur Verbesserung der Lebensqualität“, die in Ziffer 16.4.27 für phytotherapeutische Mistelpräparate beschrieben wird, gilt nicht für die Verordnung der anthroposophischen Mistelpräparate.
- Anthroposophische Mistelgesamtextrakte sind Therapiestandard bei der Behandlung bösartiger Tumore in jedem Stadium der Erkrankung. Hierunter fallen unter anderem die palliative und die adjuvante Tumortherapie.
- Die anthroposophischen Mistelpräparate können nach Ziffer 16.5 Verbindung mit Ziffer 16.4.27 AMR bei malignen Tumoren zu Lasten der GKV verordnet werden und sind dabei sowohl im Rahmen einer palliativen als auch adjuvanten Tumortherapie auf Kassenrezept verordnungsfähig.
- Aufgrund rechtskräftiger Urteile der Sozialgerichte und der eindeutigen Rechtslage nach § 34 Abs. 1 SGBV sind Regresse wegen der GKV-Verordnung anthroposophischer Mistelpräparate außerhalb der palliativen Tumortherapie nicht zu erwarten.
Durch Studien belegte Evidenz
Nach Ansicht der Experten ist die Misteltherapie ein wesentlicher Bestandteil der evidenzbasierten Tumortherapie, zumal für Mistelgesamtextrakte klinische Studien der EBM Grade I und II vorliegen, die eine indikationsbezogene onkologische Anwendung in der ärztlichen Praxis legitimieren.
Mistelpräparate aktivieren die körpereigenen Selbstheilungskräfte, hemmen das Tumorwachstum und reduzieren Strahlen- und Chemotherapie. Sie führen zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten in allen Phasen der Tumorerkrankung. Besonders häufig bessern sich dabei Allgemeinzustand, Appetit, Schlaf, Müdigkeit und Schmerzen.
Im Sinne eines multimodalen Behandlungsansatzes hat die Misteltherapie deshalb einen wissenschaftlich gesicherten hohen Stellenwert in der Tumortherapie.
*) Anthroposophischer Mistelgesamtextrakt: HELIXOR®
Apotheken-Depesche 9/2007
hermalwasser-Gel – für leichte Verbrennungen
Zwei die in jede Hausapotheke gehören
EAU THERMALE Avène Thermalwasser-Gel – für leichte Verbrennungen jeder Art bis hin zu Post-Laserbehandlungen
Bei kleinen Verbrennung im Haushalt hilft das Avène-Thermalwasser-Gel schnell und zuverlässig: es wird in einer dicken Schicht auf die betroffene Stelle aufgetragen und soll dort mindestens 15 Minuten lang einwirken. Zur Wundreinigung und schnelleren Wundheilung kann dann die antibakterielle Wundpflegecreme Cicalfate von EAU THERMALE Avène aufgetragen werden.
Natürliche Hilfe bei Verbrennungen
Das Gel besteht zu 99 % aus dem medizinisch wirksamen Thermalwasser, das mit Gelbildnern “verdickt” wird, damit der Kontakt mit der Haut über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten werden kann. Es wirkt dabei auf zweifache Weise: Pharmakologische Wirkung (entzündungshemmend, reizlindernd und hautberuhigend) und Thermodynamische Wirkung (sofortiger Kühleffekt).
Avène-Thermalwasser-Gel 3 sterile Einzeltuben à 15 ml PZN 4235987 € 9,95*
Seit Februar 2005 nur in Apotheken erhältlich.
EAU THERMALE Avène Cicalfate – antibakterielle Wundpflegecreme
Bei verletzter Haut braucht man eine Wundpflege, die den Schmerz oder Juckreiz schnell lindert und gleichzeitig für eine raschere Regeneration und Wundheilung sorgt. Cicalfate verbindet diese Eigenschaften mit einer antibakteriellen und fungiziden Wirkung. Der hohe Anteil an Avène Thermalwasser mit seinen juckreizlindernden und kühlenden Eigenschaften ist die Basis für eine häusliche Wundpflege, die mit bewährten Wirkstoffen wie Sucralfat, Kupfersulfat, Zinksulfat und Zinkoxid kombiniert wird.
Sie fördert die Zellerneuerung und Epithelisierung von Hautläsionen und stellt die natürliche Hautbarriere wieder her. Cicalfate enthält keine Konservierungsstoffe, Duft- und Farbstoffe und ist für Säuglinge, Kinder und Erwachsene geeignet.
In mehreren klinischen Studien hat Cicalfate seine Wirksamkeit bewiesen bei:
Kleineren Schnitt- und Schürfwunden, leichten Verbrennungen, Blasen, perioraler Dermatitis, Neurodermitis, Windel-Dermatitis, Hautrissen (Rhagaden) und kleineren chirurgischen Eingriffen.
EAU THERMALE Avène Cicalfate Alutube 40 ml Inhalt PZN 1448820 € 8,95*
Babyflaschen machen Babys krank
(Unbekannte) Gefahr: in den meisten Babyflaschen steckt der gesundheitsschädigende Weichmacher Bisphenol A
Die meisten Babys und Kleinkinder in Deutschland trinken ihre flüssige Nahrung aus Plastikflaschen. Doch kaum jemand weiß, dass die handelsüblichen Polycarbonat-Flaschen den gefährlichen und für Babys gesundheitsschädlichen Weichmacher Bisphenol A enthalten. Aus diesem Grund wurden diese Babyflaschen in Kanada jetzt verboten.
95% der Babyflaschen auf dem deutschen Markt bestehen aus Polycarbonat, einem transparenten Kunststoff, bei dem sich Bisphenol A (BPA) aus dem Kunststoff lösen kann. Bisphenol A ist ein in Polycarbonat enthaltener Weichmacher, der eine östrogene Wirkung hat, d.h., es wirkt ähnlich auf den Organismus wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Die Gesundheit von Säuglingen ist dabei besonders gefährdet, da ihr Hormonsystem noch in der Entwicklung steckt – ihr Körper erkennt Bisphenol A als „echtes“ Hormon, was zu Fehlentwicklungen, Unfruchtbarkeit bei Jungen oder einem verfrühten Einsatz der Pubertät bei Mädchen führen kann. Selbst neurologische, kanzerogene und erbgutschädigenden Auswirkungen können nicht ausgeschlossen werden.
Wie nehmen Babys das Bisphenol A auf?
Speziell bei der Erwärmung von Polycarbonat-Flaschen diffundiert Bisphenol A aus der Flasche in die Nahrung und gelangt so in den Körper des Säuglings. Dies kann unter folgenden Bedingungen im alltäglichen Gebrauch geschehen:
- bei Einfüllen von heißer Nahrung oder heißem Wasser
- beim Erwärmen von Babynahrung, insbesondere in Mikrowellen
- durch längeres Warmhalten der Babynahrung
Begünstigt wird die Emission von Bisphenol A zusätzlich durch höhere Temperaturen der Flüssigkeit und bei Verwendung älterer Flaschen mit Gebrauchsspuren wie kleinen Rissen oder Brüchen
Wissenschaftliche Studien bestätigen die Bedenklichkeit
Mehr als 100 internationale Studien belegen die Gefährlichkeit von Bisphenol A bereits in kleinsten Dosen. In Tierversuchen blockierten geringe Dosen die Gehirnentwicklung und stoppten zudem den Signalweg von Östrogenen, der für die natürliche Entwicklung von Gehirnzellen von Bedeutung ist (Studie von Scott Belcher in Endocrinology). Belcher zufolge scheint die schädigende Wirkung auf das Hirngewebe umso höher zu sein, je niedriger die Konzentration der Substanz war. Bereits bei 0,02 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht können Schädigungen des Erbguts entstehen. Die Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) hat erst vor kurzem unverständlicherweise die Grenzwerte für die tägliche Aufnahme von Bisphenol A von 10 auf 50 Mikrogramm pro kg heraufgesetzt, obwohl das Umweltbundesamt ein gänzliches Verbot von Bisphenol A in Babyflaschen fordert.
„Es ist nicht sicher, ob eine Gefährdung (durch Bisphenol A) für den Menschen vorliegt“, so der Toxikologe Prof. Dr. Gilbert Schönfelder. Seine persönliche Einstellung aber ist: „Ich würde meinem Kind keine Plastikflasche geben.“
Der Entwicklungsbiologe Fredrick vom Saal überprüfte 163 Niedrigdosis-Studien, die bis November 2006 veröffentlicht wurden: Von 152 öffentlich finanzierten Studien wiesen 138 auf gesundheitliche Schäden durch Bisphenol A hin, jedoch kam keine der 11 industriell gesponserten Studien zu einem negativen Ergebnis. Auch Health Canada kommt zum Schluss, dass Bisphenol A bereits in niedriger Konzentration die neuronale Entwicklung schädigen kann, wenn es in sehr frühem Kindesalter zur Exposition kommt. Während internationale Experten auf die Gefahren durch Bisphenol A hinweisen, wird die schädliche Chemikalie von führenden Babyflaschenherstellern in Deutschland bzw. Europa nach wie vor verharmlost.
Lieber auf Nummer sicher gehen als Mitschuld tragen
Obwohl nicht sicher davon ausgegangen werden kann, ob die Ergebnisse der Tierversuche auch auf Menschen übertragbar sind, stellt Kanada den Schutz der Kleinsten obenan. Das kanadische Gesundheitsministerium kam zu dem Ergebnis, dass Kinder bis zu 18 Monaten am stärksten durch die Chemikalie gefährdet seien. Aus diesem Grund ist die Herstellung, der Import oder der Verkauf von Babyflaschen aus Polycarbonat, für das der Grundbaustein Bisphenol A verwendet wird, künftig verboten. Zudem wird Bisphenol A jetzt offiziell als „gefährliche Substanz“ eingestuft. Kommentar des kanadischen Gesundheitsministers Tony Clement: „Better safe than sorry!“ Prompt reagierten auch große amerikanische Handelsketten wie Wal-Mart und Toys‘R‘Us und kündigten an, sämtliche Babyflaschen aus Polycarbonat aus dem Sortiment zu nehmen.
Größte Vorsicht bei den Kleinsten
Eltern fragen sich daher zu recht, warum in Deutschland noch immer Polycarbonat-Flaschen verkauft und von der Industrie verharmlost werden? Was können besorgte Eltern in Deutschland nun tun und sofort reagieren, um eine Gesundheitsgefahr für ihr Kind auszuschließen? Alternativen zu Polycarbonat gibt es bereits: Das ist zum einen der neutrale Werkstoff Glas, der wegen einer erhöhten Bruchgefahr nicht so beliebt ist, aber bei Babys, die die Flasche noch nicht selbst halten können, die beste Alternative darstellt. Wer seinem Kind aus Sicherheitsgründen keine Glasflasche in die Hand geben möchte, für den gibt es seit einiger Zeit verantwortungsbewusste Hersteller, die das bedenkliche Polycarbonat bereits gegen andere Kunststoffe, die kein Bisphenol A enthalten, ausgetauscht haben oder schon immer Kunststoffe ohne Bisphenol A verwenden, wie z.B. die Marke Bfree Plus, deren Produkte in Baby-Fachgeschäften, Apotheken und im Internet erhältlich sind.
Quellen:
Presseerklärung des kanadischen Gesundheits- und Umweltministeriums vom 18.04.08 zum Erlass eines grundsätzlichen Verbots von Polycarbonat in Babyflaschen
http://www.hc-sc.gc.ca/ahc-asc/media/nr-cp/2008/2008_59_e.html
vom Saal, F.S. and Welshons, W.V. (2006): Large effects from small exposures: II. The importance of positive controls in low-dose research on bisphenol A. Environmental Research 100:50-76.
vom Saal, F.S. (2006): Bisphenol A Eliminates Brain and Behavior Sex Dimorphisms in Mice. How Low Can You Go? Endocrinology 147: 3679-3680.
Belcher, Scoot M (2005): Ontogeny of rapid estrogen-mediated extracellular signal-regulated kinase signaling in the rat cerebellar cortex: potent nongenomic agonist and endocrine disrupting activity of the xenoestrogen bisphenol A.
Endocrinology 146: 5388-96.