Der Kopf muss nicht zerspringen – Gezielte Therapie für alltäglichen Schmerz
Sieben von zehn Deutschen, so schätzt der Bundesverband der deutschen Schmerzhilfe, werden mittlerweile von Kopfschmerzen geplagt. In dieser Zeit wird der Alltag zur Qual. Meistens kennt man diese Beschwerden schon und denkt sie gehen vorüber. Trotzdem: Zähne zusammenbeißen ist nicht die richtige Strategie. Schmerzen sollte man so schnell wie es geht behandeln, sonst können sie uns regelrecht den Kopf verdrehen. Der entwickelt dann nämlich ein Schmerzgedächtnis. Die Folge: ständige Schmerzen ohne eine handfeste Ursache.
Verletzungen: Reine Nervensache
Wenn wir uns z. B. verletzen, werden im umgebenden Gewebe der Wunde Botenstoffe (Prostaglandine) freigesetzt. Die aktivieren dann Schmerzrezeptoren an den Nervenenden im Umkreis der Wunde. Jetzt informieren die Nerven das Gehirn: Es ist ein Gewebeschaden eingetreten. Das Gehirn funkt Alarm und sendet Schmerz als Warnsignal. Automatisch schonen wir den verletzten Bereich. Die Wunde kann abheilen, der Schmerz verschwindet von allein. Problematisch sind unbehandelte, stärkere Schmerzen. In dem Fall brennt sich die Schmerzinformation im Gehirn ein wie auf einer Festplatte. Werden Schmerzen nicht behandelt, so wird unsere Schmerzschwelle immer mehr herabgesetzt und unser Schmerzempfinden wird stärker. Der Betroffene wird allerdings nicht nur schmerzempfindlicher: Die Beschwerden können sogar chronisch werden und sind dann nur noch schwer zu behandeln.
Gewitter im Kopf
Dass der Kopf selbst auch ohne Verletzung weh tut, liegt an einer Überreaktion der Nerven. Sie rütteln die Schmerzzentren im Gehirn auch bei normalen körperlichen Vorgängen auf: hormonelle Schwankungen, Wettereinflüsse, Sinnesreize, Arbeitsüberlastung. Daraus entstehen zahlreiche Kopfschmerzvarianten. Die häufigsten sind Spannungskopfschmerzen und Migräne.
Den Stecker ziehen
Um Schmerzen schnell in den Griff zu bekommen, kann ein freiverkäufliches Medikament mit Ibuprofen und Lysin (z. B. in Dolormin extra, Apotheke) helfen. Ibuprofen hemmt die Freisetzung Schmerzerzeugender Botenstoffe im Gewebe. Eine wichtige Rolle spielt der körperverwandte Eiweißbaustein Lysin: Er beschleunigt den Prozess der Schmerzbekämpfung erheblich. Damit wird auch die Nervenübertragung der Schmerzinformation ans Gehirn schneller gekappt: Man wird schnell schmerzfrei.
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