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Die verschiedenen Hauttypen

Die Hauttypen

Um die sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen der Gesichtshaut zu ordnen und überschaubar zu machen, versucht man, die von Person zu Person sich stark unterscheidende Haut nach bestimmten gemeinsamen Merkmalen zu gliedern. Bei der Einteilung der Hauttypen geht man meist nach der unterschiedlichen Talgproduktion vor, aber auch nach anderen Merkmalen, wie dem unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehalt der Haut, dem Spannungszustand und der Durchblutung.

Die Einteilung der Haut nach Typen läßt aber auch -dies muß man bedenken – das Besondere der jeweiligen Haut verlorengehen. Auch sind die Typen in Wirklichkeit nicht scharf und genau voneinander getrennt, sondern es gibt fließende Übergänge. Man muß dabei berücksichtigen, daß sich in bestimmten Situationen das Erscheinungsbild der Haut vorübergehend oder auf Dauer ändern kann. Jede Einteilung nach Hauttypen kann daher nur eine sehr grobe, vorläufige Einteilung sein, die lediglich erste Anhaltspunkte über die Beschaffenheit der Haut gibt- In der Mehrzahl aller Fälle werden die folgenden Hauttypen unterschieden:

Fettige Haut (seborrhoische Haut)

Ursachen der Seborrhoe sind aller Wahrscheinlichkeit nach eine hormonelle Steuerung und Vererbung. Androgene (männliche Sexualhormone) fördern das Bestehen einer Seborrhoe. Die Haut erscheint fettig-glänzend, oft erkennt man feinste Oltröpfchen (Hauttalgtröpfchen), besonders im Stirnbereich. Die Haut sieht aus, als wäre sie mit einem “Olfilm” überzogen. Fettige Haut ist großporig; besonders in den sogenannten “seborrhoischen Bezirken” (Stirn, Nase, Kinn) kommt es zu Hautunreinheiten, wie Komedonen. Es bestehen fließende Übergänge zur Akne-Haut Als besondere Form unterscheidet man oft noch die Seborrhoe sicca von der hier zuerst beschriebenen “Seborrhoe oleosa“. Bei der Seborrhoe sicca soll die Haut in den Bereichen, in denen viele Talgdrüsen vorkommen, fettig sein (in den seborrhoischen Bezirken). An den Wangenpartien ist dagegen die Haut oft trocken und reagiert häufig sehr empfindlich auf Reizungen; sie ist daher manch mal in diesem Bereich gerötet. Der Hauttalg soll- im Gegensatz zurSeborrhoe oleosa von fester Beschaffenheit sein und mit Abschilferungen der Haut gelblich-fettige Schuppen bilden. Man kann aber die Seborrhoe sicca als eine Ausprägung der “gewöhnlichen” Seborrhoe auffassen -naturgemäß sind die seborrhoischen Erscheinungen in den seborrhoischen Bezirken am stärksten; andere Hautpartien können durchaus trocken sein. Je nach Vorliegen einer Verhornungsstörung der Epidermis kann es auch bei der Seborrhoe zu Schuppenbildung kommen. Oft gehen die einzelnen Erscheinungsformen ineinander über. Bei der Seborrhoe ist meist die Kopfhaut und das Haar mit beeinträchtigt.

Trockene Haut (“Sebostase”)

Die Haut erscheint glanzlos, spröde, rauh, neigt zur Bildung von trockenen, feinen Schuppen. Sie ist sehr empfindlich gegenüber mechanischen, chemischen und Wärmereizen. Es kommt zu Rötungen und zu einem Spannungsgefühl besonders nach der Reinigung. Auch Kopfhaut und Haar sind trocken. Die Ursachen der zu trockenen Haut sind wahrscheinlich verschieien. Sie können in einer zu geringen Funktion der Talgdrüsen liegen, einer mangelnden Versorgung der Epidermis mit Feuchtigkeit, aber auch häufig in austrocknenden Einwirkungen von außen, wie etwa intensive Sonnenbestrahlung, ständige Windeinwirkung, aber auch ungeeignete Reinigungs- und Pflegemittel.

Normale Haut

Als “normal” wird meist eine Haut bezeichnet, die feinporig ist, einen matten Glanz und einen klaren reinen Teint aufweist, weder zu fett noch zu trocken ist und keine Komedonen, Pickel oder Pusteln
zeigt. Sie soll gut durchblutet und wenig empfindlich sein; ihre Elastizität ist gut. Diesen Anforderungen an eine “ideale Haut” wird allenfalls die Haut von Kindern gerecht. Es ist daher angebracht, von “normaler Haut” auch dann zu sprechen, wenn die Haut nicht übermäßig fettig oder trocken erscheint, nur selten Hautunreinheiten auftreten und wenn der Spannungszustand sowie die Durchblutung noch nicht als mangelhaft empfunden werden. Auch bei leichten Abweichungen vom Idealzustand zur seborrhoischen und trockenen Haut hin kann daher noch von “normaler Haut” gesprochen werden.

Altershaut

Mit zunehmendem Alter läßt die Elastizität der Haut nach. Es kommt zu Verkümmerungen des Bindegewebes (der Lederhaut) und zu Verdünnungen der Epidermis. Ausgeprägte Falten bilden sich in der Stirn-, Augen-, Nasen- und Mundpartie sowie am Hals und Nacken. Der Talgspiegel auf der Haut verringert sich, die Haut wird trockener, was auch durch einen verringerten Feuchtigkeitsgehalt der Epidermis bedingt ist. Es treten Pigmentierungsstörungen auf (sogenannte “Altersflecken”), ferner Alterswarzen und Blutgefäß- veränderungen in Form roter Knötchen. Oft erkennt man Stellen starker Verhornung. Die Erscheinung der Altershaut wird durch intensive Bestrahlung mit ultraviolettem Licht (etwa jahrzehntelanger intensiver Sonnenbestrahlung) noch verstärkt. Die Haut ist dann sehr grob gefeldert (man spricht von “Landmannhaut” in Anlehnung an die Haut von Landwirten, die häufig im stärksten Sonnenlicht arbeiten müssen); es kommen riesige Komedonen vor; oft sind Veränderungen der Epidermis zu sehen, die Vorstadien zu bestimmten Formen von Hautkrebs sind und später in gut- ober bösartige Formen von Hautkrebs übergehen können.

Sogenannte “Mischhaut”

In einigen Fachbüchern findet man als besonderen Hauttyp die “Mischhaut”, die teilweise als “Mischform zwischen trockener und fettiger Haut”, teilweise als Mischform zwischen Seborrhoe oleosa und sicca beschrieben wird; manchmal wird auch die Seborrhoe sicca als Mischhaut bezeichnet. Alle diese Einstufungen sind wenig halt- bar. Jede Haut ist in gewissen Grenzen eine Mischhaut, da sie an verschiedenen Bezirken unterschiedliche Erscheinungsformen aufweist und unterschiedlich reagiert. Man sollte den Begriff in der Kosmetik nicht verwenden!